Meine Freundschaft mit Hans Clarin

Jörg Steegmüller erinnert sich an Hans Clarin

Hans Clarin ist vielen Menschen als die unverwechselbare Stimme des frechen Kobolds »Pumuckl« bekannt. Doch abseits der großen Bühne und des Mikrofons hatte ich das große Glück, einen Menschen kennenzulernen, der für seinen mitreißenden Humor und seine außergewöhnliche Gastfreundschaft geschätzt wurde. Meine Freundschaft mit Hans ist eine der besonderen Beziehungen in meinem Leben.

Eine meiner liebsten Erinnerungen an Hans stammt aus der Zeit, als er bei mir eine Büste in Auftrag gab. Diese Büste fand später ihren Platz auf dem Kamin des idyllischen Moser Hofes in Aschau, dem Zuhause von Hans. Unsere Freundschaft ging jedoch weit über berufliche Zusammenarbeit hinaus.

Ein besonders humorvoller Moment ereignete sich, als Hans mich zum Kaffee auf den Moser Hof einlud. Er überraschte mich mit einem Kuchen, der aus verschiedenen, bunt gemischten Stücken bestand. Mit seiner legendären Pumucklstimme scherzte er, dass ich mir ein Stück nehmen dürfe, aber auf keinen Fall das Stück, das er selbst nehme. Dieser Moment war für mich nicht nur köstlich amüsant, sondern er erfüllte mich auch mit einer tiefen Freude, die ich nie vergessen werde.

Hans und ich saßen lange gemeinsam im Schatten einer großen Tanne auf seinem Hof und sprachen über seine zahlreichen Arbeiten als Synchronsprecher. Besonders beeindruckend war, wie er nicht nur die Stimme von "Pumuckl", sondern auch die der »Mumins« lebendig werden ließ. Dabei übernahm er nicht nur die Synchronisation, sondern auch die Dialogregie – direkt auf seinem Hof. Ein komplettes Aufnahmestudio wurde dafür eingerichtet, damit er seiner Kreativität in seiner vertrauten Umgebung freien Lauf lassen konnte.

Diese freundschaftlichen Begegnungen zeigen mir Hans Clarin als einen herzlichen, humorvollen Gastgeber und einen vielseitigen Künstler. Seine Menschlichkeit und Herzlichkeit bleiben mir ebenso lebendig in Erinnerung wie seine einzigartigen künstlerischen Leistungen. Ich bin dankbar, ihn einen Freund nennen zu dürfen.

»Die Herzlichkeit und Menschlichkeit von Hans Clarin bleiben in meiner Erinnerung. Ich bin dankbar, ihn einen Freund nennen zu dürfen.«

Meister Eder und sein Pumuckl

Der rothaarige Kobold Pumuckl hat Generationen von Kindern begeistert. Die beliebte Fernsehserie »Eder und sein Pumuckl« startete am 24. September 1982 im Ersten Deutschen Fernsehen, nachdem bereits am 2. April 1982 ein Pilotfilm in den deutschen Kinos angelaufen war. Schauspieler Hans Clarin war die Stimme der Trickfilmfigur Pumuckl.

Insgesamt wurden 52 Episoden in zwei Staffeln produziert. Die erste Staffel lief von 1982 bis 1983, während die zweite Staffel erst ab dem 6. Oktober 1988 ausgestrahlt wurde. Die Handlung der Serie dreht sich um den Münchner Schreinermeister Franz Eder (gespielt von Gustl Bayrhammer), bei dem der kleine Kobold Pumuckl (gesprochen von Hans Clarin) nach einem Missgeschick mit einem Leimtopf sichtbar wird und fortan bleiben muss.

Besondere Trickfilmtechnik

Was "Meister Eder und sein Pumuckl" technisch so besonders machte, war die innovative Kombination aus Real- und Zeichentrickfilm. Die Trickfilmfigur Pumuckl wurde in eine real gefilmte Umgebung mit Schauspielern eingefügt. Ellis Kaut, die Schöpferin der Figur, bestand auf dieser aufwendigen Mischform, da "der Pumuckl das Reale unabdingbar braucht, um das Irreale begreifbar zu machen."

Eine originale Zeichentrickfolie ist in unserem Museum zu sehen.

Komplexe Produktion

Die Produktion war für die damalige Zeit außergewöhnlich komplex: Während der Dreharbeiten markierte eine Puppe die geplanten Standorte und Bewegungen der Trickfilmfigur. Den Dialog-Part des Pumuckl sprach am Set zunächst Regisseur Ulrich König, bevor Hans Clarin die Nachvertonung übernahm. Für den Sachtrick (Animation bewegter Gegenstände) wurden hauchdünne Wolframdrähte verwendet, die auf der Filmaufnahme unsichtbar blieben. Die eigentliche Zeichentrickanimation erfolgte in den Pannonia-Filmstudios in Budapest mit bis zu 150 Trickfilmarbeitern. Kolorierte Folien mit der Pumuckl-Figur wurden über jedes einzelne Realfilmbild gelegt und zusammen neu belichtet. Die Serie erfreut sich bis heute großer Beliebtheit und hat 2023 mit »Neue Geschichten vom Pumuckl« eine moderne Fortsetzung erhalten.